Um 1890 erreicht ,wie zu dieser Zeit viele andere Kommunen auch, Köppern das Vereinsgründungsfieber.  Johann Weidinger (Ur Ur Großvater des heutigen Kinobetreibers) führt zu dieser Zeit die Gaststätte " Zur Erholung " ,( die seit dem frühen 19' ten Jahrhundert von der Familie Weidinger an gleicher Stelle betrieben wurde ) und als begeisterter Turner und Sänger ist ihm bald klar, eine größere Räumlichkeit muß her.

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Gartenwirtschaft von Johann Weidinger um 1890
im heutigen Vorhof des Kinos 
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1894 kauft er das Gebälk einer ehemaligen 1890 abgetragenen Frankfurter Volksschule und baut dieses bis 1899 mit seinem Sohn Jakob wieder auf. Der Fachwerksaal wird von diesem Tage an als Turn - ,Gesang -, und Tanzsaal genutzt.

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Die Köppernerstrasse mit Blick auf Gaststätte und heutigem Kinosaal(verdeckt) zu Beginn des 20 ten Jahrhunderts. 

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Im Jahr 1918 dann bringt ein Freund von Jakob Weidinger ein Filmvorführgerät und Filme mit, deren Titel leider nicht überliefert sind. Als Energielieferant diente der Dynamo eines Karussells des ortsansässigen Schaustellers. 1924 wurden dann seitens des preußischen Hochbauamtes in Bad Homburg  Bauauflagen zur Errichtung eines ordnungsgemäßen Kino´s gemacht.

 

 Bauschein 1925

Kaum entsprachen die Räumlichkeiten den Vorschriften der Berliner Polizeiverordnung bezügl. der Sicherheit der Kinematographentheater vom 06.Mai 1912, verschärften die Behörden 1926 die Vorschriften, wodurch ein Neubau des Vorführraumes und Vorführerprüfungen erforderlich wurden.

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Die Umbaumaßnahmen reichten bis in die Weltwirtschaftskrise hinein und brachten den Betrieb an den Rande des wirtschaftlichen Ruines.

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Männerchor vor Kinoleinwand um 1926

  

Kinovorplatz in den 1930´er Jahren
(Apfelernte in der angeschlossenen Kelterei 1938)

  

Der zweite Weltkrieg sorgte dann wiederum für schwerere Kinozeiten.

Da ihr Mann Heinrich im Krieg ist erwirbt Marie Weidinger 1940 an der Ingenieurschule in Frankfurt die Berechtigung Filme vorzuführen, sodass während der gesamten Kriegsjahre durch Sie und Ihren Sohn Heinz der Kinobetrieb aufrechterhalten werden kann.

1945 wird das Kino von den einrückenden Amerikanern sogleich beschlagnahmt.

Die Vorführmaschinen werden demontiert und im Kurhaus Bad Nauheim , das als Offizierscasino dient, aufgebaut.

Weihnachten 1947 konnten die Maschinen dann wieder nach Köppern geholt werden und der Kinobetrieb wurde sofort mit amerikanischen Filmen in Originalversion wieder aufgenommen.

  

1956 hatte man sich wieder soweit erholt, dass eine Modernisierung in Frage kommt. Der Saal wird renoviert, neue Sitze installiert und eine für damalige Verhältnisse sündhaft teuere 4 Kanal Magnettonanlage mit Röhrenverstärkertechnik installiert.

 

 

 Kino nach Renovierung 1956

In den 1980'er Jahren werden  frühzeitig die neuen Tonsysteme Dolby RS, und später Dolby Digital und DTS Ton umgebaut und es folgen wieder viele Renovierungen ...

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und so sieht es heute aus :

 

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( Kinosaal : Projektionsabstand 25 m , Leinwandgröße 10 x 4 m )

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Vorführraum ( zu sehen eine Bauer B5 Standard, die schon 1945 von den Amerikanern nach Bad Nauheim konfisziert wurde ,1947 wieder nach Hause kam und auch heute noch mit Xenon, Dolby und DTS Tonsystem einwandfrei funktioniert)